Am bayrischen Abitur ist ChatGPT gescheitert – zumindest teilweise.1 Dafür konnte der Chatbot BWL- und Jura-Prüfungen an amerikanischen Universitäten erfolgreich absolvieren.2 Den Einstieg ins Berufsleben hat die Künstliche Intelligenz somit gemeistert. Und auch sonst treffen wir sie immer häufiger in unserem Alltag an. KI steckt hinter den Algorithmen auf sozialen Medien, die uns mit maßgeschneiderten Inhalten oder Werbeanzeigen versorgen. Sie filtert Spam-Nachrichten aus unseren E-Mails, erkennt unser Gesicht auf dem Smartphone oder versucht uns als Smart Home per Sprachsteuerung in den eigenen vier Wänden zu unterstützen. Autonomes Fahren ist ohne KI nicht denkbar, aber auch in der Landwirtschaft kommt sie zum Einsatz – um nur einige Anwendungsmöglichkeiten zu nennen. In Zukunft wird KI in vielen Bereichen unseres Lebens eine Rolle spielen.3
In der Medizinbranche werden Ärztinnen und Ärzte bei Operationen von KI-gestützte Roboterassistenten entlastet.4 Auch in der Diagnostik oder bei Behandlungsempfehlungen ist der Einsatz von Künstlicher Intelligenz möglich.5 In der Wissenschaft wird derzeit an weiteren Einsatzmöglichkeiten für KI im medizinischen Bereich geforscht.6 Die Vorteile liegen auf der Hand: Entlastung von medizinischem Personal sowie Einsparung von Zeit, die Patientinnen und Patienten an anderer Stelle zugutekommen kann. Smartwatches und Gesundheits-App (auch hier spielt KI eine tragende Rolle), bieten darüber hinaus Chancen für die Früherkennung von Krankheiten, können den allgemeinen Gesundheitszustand verbessern und ermöglichen es, die eigene Gesundheit selbstbestimmt im Blick zu behalten. Dennoch birgt KI – vor allem beim Einsatz ohne medizinisches Fachwissen – Risiken für die Gesundheit. Einem Arztbrief hat ChatGPT beispielsweise einige Details hinzugedichtet und ähnlich verhält es sich bei der Diagnosestellung von „Dr. KI“ über die Eingabe von Krankheitssymptomen.7 Während „Dr. Google“ in der „Diagnostik“ zumindest verschiedene mehr oder weniger brauchbare Inhalte empfiehlt, beantworten Chatbots eine Frage zu Krankheitssymptomen mit einer vermeintlich „korrekten“ Antwort – teilweise ohne nachvollziehbare Quellenangaben.8 Abgesehen davon, dass ChatGPT beispielsweise nicht datenschutzkonform ist, kann dies zu Verunsicherung, unnötigen Sorgen und im schlimmsten Fall zu ernstzunehmenden gesundheitlichen Risiken führen.9