Eine der größten Herausforderungen bei der Bewertung digitaler Gesundheitsinformationen, auch für medienkompetente Nutzerinnen und Nutzer, ist neben der Fülle schon die Art und Qualität der Suchergebnisse. Denn diese hängt maßgeblich mit den von der Suchmaschine erfassten oder vermuteten Vorlieben des Suchenden zusammen: naturheilkundlich interessierte Suchende werden beispielsweise eher Ergebnisse aus dieser Sparte erhalten. Um diese Art der Ergebnisse zu vermeiden, ist es elementar zu wissen, wie Suchmaschinen allgemein funktionieren. Auch sie verwenden Cookies, kleine Datensätze, die sich das Surfverhalten merken, um personalisierte Suchergebnisse zeigen zu können. In den Privatsphäre-Einstellungen ist es teilweise möglich, diesem Tracking zu widersprechen. Auf Websites können nur notwendige oder funktionale Cookies akzeptiert werden und surfen ist auch in anonymen Browserfenstern möglich. Alternative Suchmaschinen wie DuckDuckGo und die Kindersuchmaschine BlindeKuh können außerdem gute Alternativen sein.
Doch nicht nur die Suchmaschinen, auch die Inhalte sind kritisch zu betrachten. Drastische, vereinfachende und vor allem persönliche Erfahrungsberichte im Internet und insbesondere den sozialen Medien bergen eine ernste Desinformationsgefahr: Sie sprechen auf emotional-affektiver Ebene an, sind aber gleichzeitig nicht differenziert genug, um den medizinischen Einzelfall hinreichend zu berücksichtigen.4 Schülerinnen und Schülern das Bewusstsein hierfür zu vermitteln, ist ein wichtiges Lernziel digitaler Gesundheitskompetenz. In Verbindung mit der auch als Teil von Medienkompetenz erlernten Quellenbefragung nach Autorität des Autors sowie Güte und Aktualität der Informationen, erhalten Schülerinnen und Schüler die Kompetenzen für eine bessere Orientierung im digitalen Informationsangebot rund um die eigene Gesundheit. Sie lernen die Angebote aktiv, kritisch und selbstbestimmt zu nutzen. Ihrer eigenen Gesundheit kommt das ebenso zugute wie ihrem Medienverhalten.