Wo findet Cybergrooming statt?
Grundsätzlich auf jeder Plattform, auf der Kinder und Jugendliche aktiv sind und auf der eine Kommunikation untereinander möglich ist. Man kann grob zwischen Plattformen unterscheiden, auf denen der Erstkontakt zustande kommt – sogenannten Anbahnungsplattformen – und solchen, die später zum Missbrauch genutzt werden. Manche Plattformen erfüllen sogar beide Funktionen.
Ein Beispiel: In interaktiven Online-Spielen ist Kommunikation oft fester Bestandteil des Spiels. Kinder und Jugendliche reagieren darauf, tauschen sich aus. Und genau das nutzen Täterinnen und Täter aus. Viele Spiele haben deshalb bereits bestimmte Chatfunktionen oder die Möglichkeit, Bilder und Videos zu verschicken, eingeschränkt.
Diese Plattformen eignen sich gut für die erste Kontaktaufnahme, aber weniger für weitere Übergriffe. Auf WhatsApp hingegen ist eine erste Kontaktaufnahme durch Fremde eher unwahrscheinlich, weil dafür die Telefonnummer bekannt sein muss. Wird man dort ohne vorherigen Kontakt angeschrieben, wird der Chat meist ignoriert. Die Plattform eignet sich also eher zur Durchführung eines Missbrauchs als zur Anbahnung. Deshalb versuchen viele Täterinnen und Täter, Kinder in einen Messenger zu lotsen, in denen sie uneingeschränkt und unbeobachtet kommunizieren können.